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Prinzessin Katharina Ursula von Sachsen-Lauenburg

wurde geboren am 18.4.1580 in Ratzeburg, sie starb am 18.4.1611 und wurde in Stettin begraben.

Katharina Ursula von Sachsen-Lauenburg wurde Anfang Februar 1598 bei einem großen Trauerzug in Berlin-Cölln an der Spree anlässlich der Beerdigung des Kurfürsten von Brandenburg, Johann Georg I. von dem pommerschen Gesandten Wilhelm von Kleist und von Georg von Bruchwitz begleitet. Siehe Fußnote 1)

Katharina Ursula (1580 bis 1611), Prinzessin von Sachsen-Lauenburg, war die Tochter aus erster Ehe des Herzoges Franz II. von Sachsen-Lauenburg. Katharina Ursulas Mutter war Margaretha von Pommern-Wolgast, Tochter des Herzog Phillip I. von Pommern.

Margaretha von Pommern (1553 bis 1581) - die verheiratet gewesen war mit Herzog Franz II. von Sachsen-Lauenburg - war die Mutter von Katharina Ursula (geboren am 18.4.1580). Etwa ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter starb Katharina Ursulas Mutter. Katharina Ursula von Sachsen-Lauenburg war nicht verheiratet. Nachdem sie ihr Elternhaus in Lauenburg nach dem Jahr 1600 verlassen hatte, wohnte sie bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 1611 in einem Anwesen auf der Insel Wolgast. Solch ein Anwesen gab es für nicht verheiratete Frauen - wenn die nicht in einem Damenstift / Kloster waren - vor allem aber für die Witwe eines adeligen Hauses.

Die Geschwister von Katharina Ursula (1580 bis 1611) waren: Ihre Schwester Marie (1576 bis 1625), die Stiftsdame im Stift Gandersheim war. Im Jahr 1568 wurde in Gandersheim die Reformation eingeführt. Das dortige Stift Gandersheim sowie andere Eigenklöster wurden evangelisch-lutherisch. Marie war die älteste aller Kinder des Herzogs Franz II.

Am 17.2.1577 wurde August Herzog von Sachsen-Lauenburg (1577 bis 1656) geboren. Katharinas Bruder August war der älteste Sohn von Franz II. und der Stammhalter des Hauses Sachsen-Lauenburg. Katharina Ursulas zweiter leibliche Bruder hieß Philipp (1578 bis 1605), der in jungen Jahren starb. Katharinas Vater Franz II. von Sachsen-Lauenburg heiratete in 2. Ehe Maria von Braunschweig-Wolfenbüttel. Aus jener Verbindung gab es noch zehn weitere Kinder.

Bei der Trauerprozession, die am 1. Februar 1598 in Berlin-Cölln an der Spree anlässlich der Beerdigung des Kurfürsten von Brandenburg Johann Georg I. stattfand, wurde Katharina Ursula begleitet von Wilhelm von Kleist (Abgesandter des Herzoges von Pommern/ Stettin) und Georg von Bruchwitz . Wilhelm Kleist stammte aus dem bekannten Familiengeschlecht derer von Kleist, die aus Westpommern stammten. Die von Kleist-Familien hatten bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht und hatten oft einflußreiche Positionen inne.

Auszug zu begleitenden Personen anläßlich der Trauerfeier des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg:

Wilhelm Kleist war Landvogt von Stolp und Schlawe , und er war verheiratet. Kleist starb im Jahr 1606. Beim Trauerzug im Jahr 1598 waren ferner zugegen der spätere Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg bzw. von Braunschweig-Calenberg (1582-1641), der im Jahr 1598 siebzehn Jahre alt war; dann Johann Georg I.von Anhalt-Dessau (1567-1618), der im Jahr 1598 zweiunddreißig Jahre alt war, Alexander von Holstein / 1573-1627 (auch Alexander von Schleswig-Holstein-Sonderburg) war damals 26 Jahre alt. Erdmute von Brandenburg (1561-1623), Herzogin von Pommern, Frau von Johann Friedrich von Pommern; im Jahr 1598 war sie 38 Jahre alt. Der seinerzeit 47-jährige Wolf Ernst von Wolframsdorf (geboren 1551), Eigentümer des Schloß Crossen an der Elster in Thüringen, nahm auch an der Leichenprozession teil. Stephan Heinrich Graf von Eberstein (1533 bis 1613), Landvogt von Greifenberg in Hinterpommern (ab 1597), nahm auch am Trauerzug in Berlin-Cölln teil. Der Herrenmeister des Johanniter-Ordens Graf Martin von Hohenstein sowie E. von Brandenstein, aus dem thüringischer Uradel und einem fränkischen Rittergeschlecht entstammte, nahmen ebenfalls teil.


Fußnote 1)

Literatur: Dr. Carl Friedrich Pauli - Allgemeine Preußische Staatsgeschichte, Dritter Band, 1762, Geschichte von Brandenburg, Verlag und Druck Christoph Peter Franckens, S. 300 / S. 291. - ursprünglich in Andreas Angelus (Engel) mit dem Titel "Annales Marchiae Brandenburgicae, das ordentliche Verzeichnis und Beschreibung der fürnemsten und gedenckwirdigsten Märkischen Jahrgeschichten und Historien, so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt bis aufs 1598 Jahr zugetragen haben".

Nienburg/Weser am 9. August 2018


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