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Wie sich Heinz und Ruth kennenlernten

Ruth und Heinz - Hochzeit 1940


Hochzeit im März 1940


Es war die Zeit der 1920er Jahre in Berlin ...

Otto Bruchwitz und Herbert Schmoldt waren beim Telegraphenamt in Berlin-Tegel tätig, Otto als Telegraphenassistent (mittlere Laufbahn) und Herbert als Inspektor (gehobene Laufbahn).

Jedes Jahr wurden von der Post bzw. dem Telegraphenamt Weihnachsfeiern ausgerichtet, bei denen die Familien Schmoldt und Bruchwitz teilnahmen. Ruth, die Tochter von Herbert und Käthe Schmoldt, ging schon in jungen Jahren ( bereits als 12-jährige ) mit zu den Weihnachtsfeiern mit. Es war, wie mir meine Mutter erzählte durchaus üblich, die Kinder mit zu den Feiern mitzunehmen. Und es wurde auch getanzt. Als Tanz war seinerzeit übrigens "der Schieber" modern. Bei den Veranstaltungen spielte Otto Bruchwitz - für ein Glas Bier - am Klavier. Sein Klavierspiel kam bei den Leuten gut an. Zunächst war Otto Bruchwitz noch berufstätig (bis 1924 und zuletzt 1939/41); dann ging er aus gesundheitlichen aber auch arbeitsmarktpolitischen Gründen in die Frührente. Otto und Mieze lernten das Ehepaar Schmoldt kennen. Otto stattete der Käthe (Katharina Schmoldt) dann und wann einen Besuch ab, beide plauderten immer gern miteinander. Es war für beide eine willkommende Abwechslung. Einerseits war da die Hausfrau Käthe, die ihren Haushalt "gut in Schuß hielt" und andererseits Otto, der gern mit anderen erzählte. Mieze (Marie Bruchwitz, seine Ehefrau) soll damals eher zurückhaltend gewesen sein. Ihr Gesprächsthema mit Käthe war hauptsächlich das "Kochen".

Noch eine Anmerkung zu der beruflichen Entwicklung von Herbert Schmoldt. Er wurde realtiv spät vom Inspektor zum Amtmann befördert (ca. Mitte der 1930er Jahre) und schließlich zum Oberamtmann. Wie meine Mutter Ruth Bruchwitz, geborene Schmoldt mir erzählte, wartete er jahrelang, bis er befördert wurde. Es dauerte damals mit der Beförderung der Beamten im Allgemeinen recht lange.

In dem oben genannten Zusammenhang komme ich nun zu meinen Eltern, zunächst zu Heinz Bruchwitz, meinem Vater. Nach seinem Abitur im Jahr 1928 studierte mein Vater Theologie. Damals verhielt es so, daß die Studenten an mehreren Universitäten ihr Studium absolvierten. Auch früher schon wurde auf eine begleitende Praxis (Praktikum) großen Wert gelegt. Unser Vater absolvierte in den Anstalten von Bethel in der Behindertenarbeit ein zweimonatliches Praktikum. Das Praktikum absolvierte er in der Zeit seiner ersten drei Theologie-Semester; in dieser Zeit studierte er an der theologischen Schule in Bethel bei Bielefeld. Das war Ende der 1920er Jahre und Anfang der 1930er Jahre.

Ruth war zu dieser Zeit noch in Berlin. Sie ging zum Beginn ihres Studiums nach Bethel bei Bielefeld, als Heinz seine drei Semester dort bereits beendete hatte. Meine Mutter berichtete mir, daß sie nach Bethel ging, um dort Sprachen zu studieren und dort ihr Praktikum zu absolvieren. Danach studierte Ruth in Berlin.

Um nun den Bogen zu schlagen zu dem Thema "Als sich Ruth und Heinz kennenlernten" noch folgendes:

Irgendwann Anfang der dreißiger Jahre (Heinz studierte in Greifswald und Marburg, jeweils drei Semester), kam Heinz nun auch mal zusammen mit seinen Eltern zu Besuch bei den Schmoldts. Meistens hatte Heinz, so meine Mutter, wenig Zeit. Er war vollauf mit dem Studieren beschäftigt. Die künftige Schwiegermutter Käthe Schmoldt erkundigte sich bei einem der Besuche nach den beruflichen Möglichkeiten von Heinz. Na ja, irgendwann in der Zeit Anfang der 1930er Jahre gingen die Familie Schmoldt mit ihrer Tochter Ruth und die Familie Bruchwitz mit ihrem Sohn Heinz zu einer Weihnachtsfeier des Telegrafenamtes von Berlin; und dort lernten sich Heinz und Ruth näher kennen.



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