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S p u r e n s u c h e - Familien Brauchitz / Bruchwitz und die Edlen von Völs

Vor etwa 770 Jahren kam der edle Ritter mit Namen Velis von Völs (auch "Welislaus" genannt) nach Niederschlesien. Wegen seiner Verdienste für das Herzogtum Liegnitz erhielt der Ritter Velis vom Herzog Boleslaus III. von Liegnitz ein Stück Land geschenkt. Velislaus wurden dazu besondere Rechte verliehen. Das dort befindliche ehemalige Dorf war beim vorherigen Besitzer namens Boleslaus abgebrannt. Der Ritter "vom Goldenen Sporn" war bereits im Jahr 1222 gestorben. "Velislav von Völss baute das Dorf, zu welchem der Herzog demselben noch eine beträchliche Strecke Waldes geschenkt hatte, von neuem auf und nannte sich seitdem Herr von Brauchitsch." So heißt in der Überlieferung aus dem Urkundenbuch von Liegnitz.

Velislav, auch Welislaus "von Völs" (auch Vels oder Fels) kam um das Jahr 1250 aus dem (heute) oberitalienischen Südtirol nach Schlesien. Der Herkunftsort Völs am Schlern in Südtirol liegt in der Region der Großstadt Bozen; östlich davon liegt das Schloß Prösels. Dort residierten vor über 700 Jahren die Herren von Völs, die auch die "Edlen von Völs" genannt wurden. Einer der Edlen von Völs machte sich auf den Weg nach Schlesien und ließ sich in dem niederschlesischen Ort Chrostnik nieder. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts nannte sich der Ort "Bruchsdorf" oder auch "Brauersdorf", und etwa vierhundert Jahre später war der Ortsname "Brauchitschdorf".

Vor über vierhundert Jahren war Georg von Bruchwitz (von Brauchitsch) als Pommerscher Rat (polnisch: Ksiazec Rada) in Diensten des Herzogs von Pommern gewesen. In den 1580er und 1590er Jahren war er am Stargarder Hofgericht tätig. Als Rat hatte Georg von Bruchwitz vielfältige Aufgaben und war als Gesandter des Herzogtum Liegnitz im Herzogtum Pommern bei Herzog Johann Friedrich beschäftigt.

Familie Schmoldt - die Deutsche Hanse und die Herrschaft Diepholz

Im dem alten und wieder neu aufgelegten Lübecker Urkundenbuch ist zu lesen, daß vor über 700 Jahren - im Jahr 1317 - ein Henneke Smolt / Schmoldt in Lübeck lebte. Er gehörte zu jenen Neubürgern, die seinerzeit in den Lübeckischen Bürgermartrikeln eingetragen wurden. Eine Folgegeneration des genannten Schmoldt, der früher einmal "Smolt" geheißen hatte, waren Schmolds aus der Stadt Danzig; sie hießen Heinrich Smolt oder Smelt, Johann Smult und Christian Smolt. Die Smolts waren Kaufleute und Händler aus Danzig, die zu den sogenannten Englandfahrern der Jahrhundertwende vom vierzehnten auf das fünfzehnte Jahrhundert gehörten. Im Buch "Die Hansischen Englandfahrer, 1390/91 bis 1406" wird über die Zeit der Hanse im Nordeuropäischen Raum sowie dem Ostseeraum berichtet. Zu ihnen gehörten auch jene Englandfahrer aus Danzig, die als Kaufleute in Britanien ihren Geschäften nachgingen und dort Handel trieben.

In Lübeck gibt es das Museum "Haus Hansestadt Danzig", das in der Straße mit Namen "Engelsgrube" in der Lübecker Altstadt seinen Sitz hat. Es befinden sich dort Erinnerungsstücke aus der alten Hansestadt Danzig. Das Haus in der Engelgrube 66 gehört zum Weltkulturerbe. In dem Haus lebten einmal bereits vor siebenhundert Jahren Seefahrer aus Lübeck. Es handelte sich um die sogenannten Englandfahrer, das waren seereisende Kaufleute, die vor allem in England Handel betrieben. Im Lübecker Stadtarchiv befindet sich eine Erwähnung zum dem Haus im „Maria-Magdalenen-Quartier Engelsgroov“ aus dem Jahr 1310. Dort hatten die lübecker- und wohl auch die danziger Kaufleute für eine gewisse Zeit eine Bleibe, wenn sie nicht zur See fuhren.

Etwa zwischen 1300 und 1500 gab es eine "Herrschaft von Diepholz", welche auch als "Die Edlen von Diepholz" erwähnt wurde. Innerhalb der Herrschaft Diepholz gab es Besitztümer wie Häuser und Dörfer, die ein Lehen des Bistums Münster waren. Einen solchen Besitz, genannt "domus", hatte auch ein Johannis Smolt oder Schmolte inne, der um das Jahr 1500 oder vorher in der Herrschaft Diepholz gelebt hatte. Er war der Herr des Dorfes beziehungsweise des Gutshofes Drentwede im Kirchspiel Barnstorf in Niedersachsen gewesen. In der sehr alten Schrift vom Bistum Münster lautet der Eintrag wie folgt: Besitzer / domus Johannis Smolt / Schmolter.

Quelle: Germania Sacra - Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln - Das Bistum Münster, Wilhelm Kohl. 2002 - Walter de Gruyter, Berlin - New York. Kapitel "Güter in fremden Herrschaften" - Seite 277 - Herrschaft Diepholz - Kirchspiel Barnsdorf (Barnstorf), Besitz Drentwede: domus Johannis Schmolt.


Heiner Bruchwitz, im Januar 2022


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