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S p u r e n s u c h e

Genetische Genealogie - Meine Vorfahren

Seit etwa zwei Jahren ist zu meiner bisherigen klassischen Ahnenforschung die genetische Genealogie als Forschungsbereich hinzugekommen. Ich hatte bei Ancestry einen DNA-Test machen lassen. Über die Auswertung meiner DNA wurden die genetische Nähe sowie die Wurzeln meiner Vorfahren ermittelt.

In einer sogenannten Ancient Origins Aufschlüsselung wurde beim Genetic-Fit Wert, bezogen auf das Mittelalter, ein Score-Wert von 1,423 (Nah) festgestellt. In der genetischen Aufschlüsselung werden bezüglich meiner DNA folgende Ethnien und genetische Populationen genannt.

Germanen (700-1000 n. Chr.) - 51,8 %

Die Germanischen Vorfahren waren skandinavische Wikinger, die von den dänischen Inseln Seeland (10,8 %), und Fünen (7,0 %) stammten sowie von der Insel Saaremaa im westlichen Estland (34,0 %)

Slawen (540-1270 n. Chr.) - 26,8 % - Teilpopulationen waren die Slawen der Wikingerzeit (15,8 %) und die Awaren (11 %)

Frankreich (130-1400 n. Chr.) - 16 % - diese genetische Gruppe stellt sich durch Menschen aus der gallo-römische Periode des Mittelalters dar

Italiener ( 650-1450 n. Chr.) - 5,4 % - Teilpopulation waren in der Mark Toskana (Mittelitalien) lebenden Menschen des Mittelalter repräsentiert.

Meine DNA-Analyse und Auswertung nach MyHeritage

Zu meinen germanischen Ahnen gehören zum einen die Altsachsen, Angeln, Dänen und Südschweden / Wikinger

- Altsachsen – 26,2%

- Niederländer (westgermanisch) - 16,4%

- Dänen nordgermanisch - 13,2%

... gesamt 55,8%

Bei den genetischen Populationen hinsichtlich meiner DNA-Ergebnisse bildete sich mit den Germanen, und zwar den Skandinaviern, insbesondere den Dänen und Südschweden die größte Gruppe. Als Besonderheit stellt sich ein Fund auf der Insel Saareema in Estland dar. In der frühen Geschichte Schwedens ereignete sich zwischen 650 n. Chr. und etwa 900 n. Chr. ein Schiffsunglück in der Meerenge von Salme. Im Jahr 2008 wurden dort Wikingerschiffsgräber entdeckt. Es handelte sich wohl um Wikingerlangschiffe, die in der Klinkerbauweise hergestellt wurden.

Zu meinen osteuropäischen bzw. slawischen Ahnen gehören

Osteuropäer mit Russland, Ukraine, Weißrussland, Slowakei, Tschechien (Slaven) - 34,0%

Balten - 4,1%

Balkanbewohner - 2,5%

Engländer (Angeln, Angelsachsen) – 3,6%

... gesamt 44,2%

Englandfahrer Christian Smolt aus Danzig und Johannis Schmolt aus Niedersachsen

Im dem alten und wieder neu aufgelegten Lübecker Urkundenbuch ist zu lesen, daß vor über 700 Jahren - im Jahr 1317 - ein Henneke (Johannes) Smolt bzw. Schmoldt in Lübeck lebte. Er gehörte zu jenen Neubürgern, die seinerzeit in den Lübeckischen Bürgermartrikeln eingetragen wurden. Eine Folgegeneration des genannten Schmoldt, der früher einmal "Smolt" geheißen hatte, waren Schmolds aus der Stadt Danzig; sie hießen Heinrich Smolt oder Smelt, Johann Smult und Christian Smolt. Die Smolts waren Kaufleute und Händler aus Danzig, die zu den Englandfahrern der Jahrhundertwende vom vierzehnten auf das fünfzehnte Jahrhundert gehörten. Im Buch "Die Hansischen Englandfahrer, 1390/91 bis 1406" wird über die Zeit der Hanse im Nordeuropäischen Raum sowie dem Ostseeraum berichtet. Zu ihnen gehörten auch jene Englandfahrer aus Danzig, die als Kaufleute in Britanien ihren Geschäften nachgingen und dort Handel trieben.

Von 1300 bis etwa 1500 gab es eine "Herrschaft von Diepholz", die im Zusammenhang mit den "Edlen von Diepholz" erwähnt wurde. Innerhalb jener Herrschaft Diepholz gab es mehrere Besitztümer. Entweder waren es einzelne Häuser und Güter oder auch ein oder mehrere Dörfer, die ein Lehen des Bistums Münster waren. Einen solchen Besitz hatte auch ein Johannis Smolt oder Schmolte als sogenannter "Domus" inne. Er müßte in der Zeit 1450 / 1500 in der Herrschaft Diepholz gelebt haben. Er war der Herr eines Anwesens in Drentwede im Kirchspiel Barnstorf (Niedersachsen) gewesen. In einer sehr alten Schrift vom Bistum Münster lautet der Eintrag wie folgt: Besitzer / domus Johannis Smolt / Schmolter.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kam ein Zimmermann namens Peter Schmoldt nach Alt-Berlin, und etwa Mitte des 17. Jahrhunderts ging ein Urenkel gleichen Namens von Berlin nach Mecklenburg-Vorpommern und lebte bis zum Jahr 1718 in dem Ort Lübbersdorf, wo er auch starb. Der Familienzweig der Schmoldts setze sich zunächst in Mecklenburg-Vorpommern und schließlich in Berlin fort.

Quellen

Ancestry (Quellen, Ahnentafeln, DNA-Auswertung)

MyHeritage (Quellen, Ahnentafeln, DNA-Auswertung)

Germania Sacra - Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln - Das Bistum Münster, Wilhelm Kohl. 2002 - Walter de Gruyter, Berlin - New York. Kapitel "Güter in fremden Herrschaften" - Seite 277 - Herrschaft Diepholz - Kirchspiel Barnsdorf (Barnstorf), Besitz Drentwede: domus Johannis Schmolt.

Das älteste Bürgerbuch von Berlin, 1453 - 1700, Peter von Gebhardt


Heiner Bruchwitz, Husum - Nordsee im August 2026


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